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Offene Fragen zu den Anti-Influenza Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir
Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat den Nutzen von Oseltamivir und Zanamivir in der Prophylaxe und Therapie der der Virusgrippe (Influenza) im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit (Cochrane Review) untersucht. Das Vorhaben wurde vom Health Technology Assessment Programm des National Institute for Health Research, einer Einrichtung des britischen Ministeriums für Gesundheit, finanziert. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Zeitschrift The Cochrane Library veröffentlicht.
Das Team um den Epidemiologen Dr. Tom Jefferson beabsichtigte zunächst, die klinischen Dossiers, die im Rahmen der Zulassungsverfahren in Europa, den USA und Japan erstellt wurden, zu sichten. GlaxoSmithKline (GSK) bot an, den Autoren die individuellen Patientendaten zur Verfügung zu stellen und beantwortete die an sie adressierten Fragen, während Roche dazu auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht bereit war. Aus diesem Grund entschieden sich sich die Autoren gegen die Durchführung einer Metaanalyse auf der Basis individueller Patientendaten. Stattdessen wurden der Effekt der NHI auf die Infektionssymptomatik und Hospitalisierung von Patienten mit Influenza-Symptomatik auf der Basis der bereits ausgewerteten Ergebnisdaten untersucht. Insgesamt wurden 25 Studien (15 Oseltamivir- und 10 Zanamivir-Studien) gesichtet.
Die Analyse der Autoren deckt sich mit den konservativen Schlussfolgerungen der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, dass sich die Wirkung der beiden Substanzen auf die Prophylaxe und Therapie von Patienten mit Influenza-Symptomatik beschränkt. Effekte wie die Vermeidung der Übertragung des Virus von Patient zu Patient oder der Entwicklung einer Pneumonie konnten nicht gezeigt werden. Die Analyse offenbarte auch Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung der beiden Arzneimittel. Bei Oseltamivir sind dies Übelkeit und Erbrechen und bei Zanamivir vermutlich Asthma. Die FDA stuft das Leistungsvermögen (Performance) der beiden Medikamente insgesamt als „gering“ ein. Weitergehende Aussagen können zum jetzigen Zeitpunkt wegen fehlender Daten nicht gemacht werden./ed
- Abstract der Studie in The Cochrane Library
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