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Tigecyclin
Tigecyclin (Warenzeichen Tygacil) stellt eine wichtige Therapieoption bei Patienten mit komplizierten Infektionen und Risikofaktoren für multiresistente Gram-negative und/oder Gram-positive Erreger dar. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat kürzlich vor einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko im Zusammenhang mit der Anwendung von Tigecyclin (Handelsname Tygacil) gewarnt. Die FDA stützte sich dabei auf 13 klinische Prüfungen mit Tigecyclin. Das höchste Risiko bestand bei Patienten mit nosokomialen Pneumonien (besonders beatmungsassoziierten Pneumonien). Tigecyclin ist allerdings nicht zur Therapie von noskomialen Pneumonien zugelassen.
Wir hatten an dieser Stelle bereits im Januar über die Thematik berichtet (www.p-e-g.org/aktuelles/451) und im Mai den Kommentar einer multidisziplinären Arbeitsgruppe um K.-F. Bodmann zu der Stellungnahme der FDA veröffentlicht (www.p-e-g.org/aktuelles/474).
Eine israelische Arbeitsgruppe um Leonard Leibovici hat die Problematik im Rahmen einer Metaanylse untersucht, die nun im Journal of Antimicrobial Chemotherapy veröffentlicht worden ist. Primäres Zielkriterium war die 30-Tage-Letalität. Die Metaanlyse ergab, dass das Letalitätsrisiko in der Tigecyclin-Gruppe signifikant höher als in der Vergleichsgruppe war: relatives Risiko 1,29 [95%-Konfidenzintervall 1,02-1,64]. Klinisches Therapieversagen, Septischer Schock, Superinfektionen sowie unerwünschte Ereignisse wurden ebenfalls signifikant häufiger unter Tigecyclin als unter der Vergleichsmedikation beobachtet. In einer früheren Metaanlayse von Cai et al. unter Einschluss von acht Studien war kein Unterschied hinsichtlich der Letalität zwischen Tigecyclin und Vergleichsmedikation gefunden und der alleinige Einsatz von Tigecyclin als Therapieoption erwogen worden.
Die Autoren schlussfolgern, dass Tigecyclin bei schweren Infektionen nicht in Monotherapie verabreicht werden sollte./pms
Quellen:
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