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Trendwende in der Mykosefrequenz bei hämatologischen Neoplasien
Pilzinfektionen innerer Organe stellen eine schwerwiegende Komplikation dar, deren Rate mit der Aggressivität der Tumortherapie seit über zwei Jahrzehnten ansteigt. Forscher aus Braunschweig und Essen berichteten kürzlich im Deutschen Ärzteblatt über die Obduktionsergebnisse aus 30 Jahren (1976 bis 2005) des Universitätsinstituts für Pathologie Essen zu Grundleiden, Mykosefrequenz, Pilzart, Organbefall, Todesursache und hämatopoietischer Transplantation bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien.
Insgesamt zeigten 21,4 % der Patienten eine invasive Mykose. Der Anteil stieg von ca. 10 % bis 1980 auf etwa 30 % in den 1990er-Jahren und reduzierte sich auf 21 % bis 2005. Die Abnahme der Mykosefrequenz bei transplantierten (47,5 auf 30,3 %) und bei nicht transplantierten Patienten (29,8 auf 16,4 %) war signifikant. Die pilzbedingte Todesursache reduzierte sich ebenfalls. Candidamykosen zeigten eine relative Abnahme bei Überwiegen der Aspergillosen. Mykotische Lungenkomplikationen dominierten. Die Obduktionsergebnisse deuten auf eine Trendwende der wichtigsten Komplikation bei der Behandlung hämatologischer Neoplasien hin und sprechen für positive Effekte der antimykotischen Strategien./ps
Quelle: Dtsch Arztebl 2008; 105(28–29): 501–6
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